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Arbeitskreis Heimische Orchideen NRW

Rotes Waldvögelein

Cephalanthera rubra (L.) L. C. M. RICHARD

Etymologie:
(griech.) kephale: Kopf; anthera: Staubbeutel
(lat.) ruber: rot

Blütezeit: Mitte Juni bis Anfang Juli

Typische Merkmale: 30-70cm hoch. Blätter lanzettlich, locker angeordnet. Untere Tragblätter meistens länger als der Fruchtknoten, die oberen manchmal etwas kürzer. Blütenstand locker; Blüten 4 bis 5 cm groß, rotlila und relativ weit geöffnet. Seitliche Sepalen gerade abstehend. Lippe fast so lang wie die Sepalen. Epichil in der Mitte weißlich mit mehreren gelbbraunen Längsleisten, an der Spitze abwärts gebogen. Purpurrote Säule.

Variationsbreite: Selten weißblühende Exemplare.  Im Gesamtareal existieren vermutlich mehrere (mindestens zwei) Sippen mit geringfügigen phänotypischen Merkmalsunterschieden (Blattspreitenform/-stellung); aus NRW liegen hierzu noch keine Erkenntnisse vor.

Ähnliche Arten: Cephalanthera damasonium und Cephalanthera longifolia unterscheiden sich durch weiße
Blüten, dichter stehende Laubblätter und eine andere Blattform.

Biotop: Lichte Laub- und Mischwälder, bevorzugt Buchenwälder aber auch Waldränder und Gebüsche. Nur auf Kalk.

Verbreitung in NRW: Die aktuellen Vorkommen der Art sind auf die Kalkgebiete der östlichen Nordeifel, des nördlichen Sauerlandes sowie des Weserberglandes beschränkt. Im Oberweserraum ist die Art an den Steilhängen über Muschelkalk stellenweise noch in größeren Populationen vertreten. Aus der Westfälischen Bucht und aus dem Bergischen Land sind lediglich sehr vereinzelt Funde bekannt, die jedoch überwiegend seit Mitte des 20. Jahrhunderts verschollen sind. Im Jahre 2013 tauchten völlig überraschend in Hagen wieder fünf Pflanzen auf. In den nachfolgenden Jahren wurde die Art hier nicht beobachtet, während 2017 wieder eine Pflanze zur Blüte kam.

Gefährdung: Die Art ist in NRW wie in den benachbarten Bundesländern durch Veränderung der Waldbiotope rückläufig. Wegen ihrer Auffälligkeit ebenfalls durch Abpflücken bedroht.

Rote Liste NRW: 3 (gefährdet)

 

Stand: 05.2019. Für weitere Informationen und Quellen siehe unsere Buchpublikation 2018

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