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Arbeitskreis Heimische Orchideen NRW

Pyramidenorchis; Hundswurz

Anacamptis pyramidalis (L.) L. C. M. RICHARD

Anacamptis pyramidalis  (Wilfired Kuhn)

Etymologie:
(griech.) anakamptos: aufgebogen
(griech.) pyramidalis: pyramidenartig

Taxonomie: Die Gattungsgrenzen der Gattungen Anacamptis, Orchis und Serapias wird aufgrund reger Hypridbildung diskutiert (BÜSCHER und LOOS in Vorbereitung)

Typische Merkmale: 20-40cm hoher, nur unten beblätterter Stengel. Dichtblütiger, relativ kurzer Blütenstand, zuerst pyramidenförmig, in voll aufgeblühtem Zustand eiförmig, abblühend fast zylindrisch. Seitliche Sepalen abstehend, mittleres Sepalum mit den Petalen einen Helm bildend. Blütenfarbe von rosa über hellrot bis dunkelrot. Dreilappige Lippe mit zwei deutlich erkennbaren, vorstehenden Längsleisten am Grund. Sporn fadenförmig, etwa doppelt so lang wie der Fruchtknoten, nektarführend. Pollen grün mit kräftigem Stielchen. Klebdrüse mit Stattelform.

Variationsbreite: Die Art ist nur wenig variabel. Das Auftreten abweichender Sippen deutet einen Artkomplex an.

Biotop: Halbtrockenrasen, sonnige Magerwiesen, sonnige, trockene Gebüschränder, nur auf Kalk.

Blütezeit: Mitte Juni bis Ende Juli

Verbreitung in NRW: Die Art kommt in NRW nur noch in der Eifel, der Niederrheinischen Bucht und im Weserbergland im Raum Lengerich vor. Die letzten Vorkommen im Raum Beckum sind zwischen 1970 und 1980 erloschen. In der Eifel tauchen spontan Einzelpflanzen bzw. kleine Gruppen auf; es existiert aber keine größere, stabile Population. Auch im Erftkreis, im Rekultivierungsgebiet ehemaliger Braunkohletagebaue, ist dieses Phänomen zu beobachten. Im Raum Lengerich handelt es sich bei den meisten Fundorten im Osnabrücker Osning und -Hügelland um Sekundärbiotope (Kalksteinbrüche).

Am Südrand der Westfälischen Bucht und am Nordrand des Süderberglandes gelangen in den letzten Jahren Einzelfunde.

Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet, dort als Orchis pyramidalis)

Gefährdung: Verbuschung der Biotope durch Fehlen von Beweidung bzw. Mahd. Die meisten Fundorte weisen nur wenige Exemplare auf.

Besonderheiten: Die Populationen in der Eifel blühen früher als die nördlichen Vorkommen bei Lengerich. Ähnliche Unterschiede gibt es in Baden-Württemberg zwischen den Pflanzen am Oberrhein und auf der Schwäbischen Alb.

 

Stand: 02.2019. Für weitere Informationen und Quellen siehe unsere Buchpublikation 2018

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