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Arbeitskreis Heimische Orchideen NRW

Breitblättriges Knabenkraut

Dactylorhiza majalis (REICHENBACH) P. F. HUNT & SUMMERHAYES

Dactylorhiza majalis links mit Pedicularis sylvatica (Waldläusekraut) rechts im Hochsauerlandkreis bei Medebach (Foto: D. Wolbeck, 2019)

Etymologie:
(griech.) daktylos: Finger; rhiza: Wurzel
(lat.) maialis: auf den Mai bezogen (Blühbeginn)

Blütezeit: Anfang Mai bis Anfang Juni

Typische Merkmale: Stengel dick und hohl, 20-50 cm hoch. Blätter länglich-eiförmig, meistens oberseits gefleckt, den Blütenstand erreichend. Tragblätter breit, deutlich länger als die Blüte. Dier erste blühende Dactylorhiza-Art. Die untersten Blüten öffnen sich vor Streckung des Blütenstandes. Blüten hell bis dunkel purpurn. Lippe breiter als lang, dreilappig mit dunkelroter Schleifenzeichnung. Sporn relativ dick, konisch, schwach abwärts gebogen.

Variationsbreite: Pflanzenhöhe und Blütengröße sind recht variabel. In den meisten größeren Populationen treten einige Pflanzen mit ungefleckten Blättern auf. Eng benachbarte Populationen in Sekundärbiotopen (vom Menschen geschaffen) können sich morphologisch deutlich unterscheiden. Im Kreis Soest wird seit 2013 eine deutlich später blühende Sippe beobachtet,
die morphologisch nicht von Dactylorhiza majalis getrennt werden kann! Auch im Kreis Unna
wurden anscheinend entsprechende Pflanzen gefunden.

Ähnliche Arten: Die Abgrenzung gegen Hybridpopulationen ist manchmal schwierig. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind der Frühe Blütezeitpunkt, der hohle Stängel, die breiten Blätter und das Dtrecken des Blütenstandes nach dem Aufblühen.

Biotop: Feuchte Wiesen, Quellsümpfe, Flachmoore, vereinzelt in Hochstaudenfluren. Im Ruhrgebiet oft in Sekundärlebensräumen

Verbreitung in NRW: Die Art war ursprünglich weit verbreitet in NRW, sodass Einzelfundorte in älteren Florenwer-
ken nicht genannt wurden. Von teils lückenloser Verbreitung ist die Rede. Sie ist durch Trockenlegung und Düngung mittlerweile besonders stark zurückgegangen. Auch die noch vorhandenen Vorkommen zeigen (ohne Pflegemaßnahmen!) oft deutlich rückläufige Zahlen.

Lediglich Vorkommen mit einer für die Art förderlichen Nutzung – einschürige Mahd, keine Düngung – zeigen in den letzten Jahrzehnten positive Bestandsentwicklungen. In einigen Regionen kommt die Art vermutlich nur noch auf Flächen vor, die nach naturschutzfachlichen Vorgaben genutzt oder gepflegt werden. Durch Mahdgutübertragung konnten in einigen Gebieten neue Bestände etabliert werden. Zur Erhaltung der Art ist eine Beibehaltung der entsprechenden Nutzung zwingend notwendig.

Verbreitungsschwerpunkte lassen sich vor allem im Bergland in der Eifel, in Teilen des Weserberglands sowie im Siegerland und im Rothaargebirge erkennen. Am Südrand der Westfälischen Bucht ist sie vor allem entlang der Lippe immer noch recht verbreitet.

Gefährdung: Trockenlegung, intensive Landwirtschaft und Düngung aber auch Liegenlassen (Nicht-Bewirtschaftung) ihrer Standorte.

Rote Liste NRW: 3S (gefährdet, dank Schutzmaßnahmen gleich, geringer oder nicht mehr gefährdet); In Teilen von NRW RL 2 (stark gefährdet)

 

Stand: 11.2019. Für weitere Informationen und Quellen siehe unsere Buchpublikation 2018.  

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