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Arbeitskreis Heimische Orchideen NRW

Arbeitskreis Heimische Orchideen-NRW unterstützt NABU-Kreisgruppe Olpe bei der Anschaffung eines professionellen Freischneiders für Pflegearbeiten auf Orchideen- und Naturschutzflächen

06. November 2017 | Orchideen

Hintergründe und erste Eindrücke aus der Praxis bei der jährlichen Pflege des NSG "Dünscheder Heide"

Der Naturschutz des Kreises Olpe im Sauerland ist im überregionalen Vergleich rückschrittlich. So muss er sich zu großen Teilen – trotz sehr engagierter Behörden – auf die Arbeit Ehrenamtlicher stützen. Der Kreis wird leider nicht, wie sonst in NRW üblich, von einer Biostation betreut. So sind die durchführenden Hauptakteure zumeist die Mitarbeiter*innen des NABU – Naturschutzbund Deutschland und BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Um unter diesen Bedingungen besonders die praktische Arbeit der Verbände zu stärken und die effektive Pflege von (Orchideen-)Biotopen zu fördern, haben der AHO-NRW – Arbeitskreis Heimische Orchideen-NRW und die NABU-Kreisgruppe Olpe nun auf Anregung von Dario Wolbeck (in beiden Verbänden aktiv) gemeinsam einen Freischneider angeschafft.

Der erste Einsatz des Geräts erfolgte am Freitag und Samstag 20./21. Oktober 2017 bei der jährlichen Pflege des Naturschutzgebiets "Dünscheder Heide" im Raum Attendorn. Die Fläche zeichnet sich aus durch das Vorkommen mehrerer geschützter Orchideen- und anderer Pflanzenarten. Um die Vorkommen zu sichern wird sie jährlich unter Federführung des NABU Olpe gemäht und das Mahdgut abgeräumt. Neun Helfer waren dieses Jahr im Einsatz um das Schnittgut zusammenzuholen und auf Haufen zum Verrotten zu sammeln. Dieses Vorgehen entzieht der Fläche langfristig Nährstoffe. Orchideen und andere dort vorkommende Pflanzen meiden Nährstoffreichtum. Um Konkurrenz zu verringern und die Fläche offen zu halten ist es von Jahr zu Jahr zusätzlich nötig das auf die Grünfläche vordringende Gebüsch zurückzuschneiden.

Der leistungsstarke 2,2 kW und 3 PS starke Stihl FS 460 Freischneider (auch Husqvarna und andere Hersteller bieten vergleichbare Geräte) eignet sich besonders für solche anspruchsvollen Aufgaben. Gerade die Mahd von stark verfilztem, also seit mehreren Jahren aufgewachsenem Gras und Ausschlägen von Büschen, ist effektiv und kraftsparend. Je nach Ausrüstung schafft der Freischneider spielend auch stärkere Büsche. Als Zubehör wurden drei Schneidwerkzeuge gekauft. Das dreiflügelige Dickichtmesser ist eine Universalklinge und gut geeignet in hohem Gras bis hin zu Büschen mit einem Durchmesser von ca. 4cm. Bei starken Geräten empfiehlt sich eine Ausführung mit Radius von 300mm. Das Häckselmesser ergänzt vorheriges Blatt. Gerade bei nassem oder dichtem Gras versagt und blockiert das Dickichtmesser. Durch die gebogene Form des Häckselmessers wird dies umgangen und der hohe Grasaufwuchs an Ort und Stelle zerkleinert. In dichtem Gebüsch oder bei Holzstärken über 5cm bis hin zu 10cm, kommt das Kreissägeblatt zum Einsatz. Der richtige Ansatz am Stamm muss gekonnt sein, sonst schlägt das Gerät aus. Mit ein wenig Routine wird die Arbeit jedoch einfach und – im Vergleich zur Motorsäge in solchen Situationen – bequem und sicher. Für Freischneider wird vom Gesetzgeber kein Führerschein verlangt. Jedoch sollte der Arbeiter*innen von einer erfahrenen Person eingeführt werden. Aufgrund umherfliegender Steine und Holzstücke ist Vorsicht und ein Sicherheitsabstand zu anderen Personen geboten.

Weitere Pflegemaßnahmen sind bereits in Planung und werden in Zukunft auf der Webseite des NABU Olpe (www.nabu-olpe.de) angekündigt. Auch der AHO-NRW führt Pflegemaßnahmen und andere Veranstaltungen durch (www.aho-nrw.de). Die Arbeit an frischer Luft soll Spaß machen und bietet neben aktivem Naturschutz und Kennenlernen der Region und ihrer Naturschönheiten auch Fitness durch körperliche Ertüchtigung. Dies soll als Ermunterung verstanden werden, bei Pflegemaßnahmen – nicht nur im Kreis Olpe – teilzunehmen oder sich jederzeit darüber zu informieren. 

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