Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 Magerrasen basenarmer Standorte

Auf sauren Ausgangssubstraten entwickelten sich seit dem Mittelalter nutzungsbedingt eine Reihe von Vegetationstypen, die wie die Kalkmagerrasen in besonderer Weise von Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen abhängig sind. Während Zwergstrauchheiden und Sandmagerrasen aus orchideenkundlicher Sicht weniger bemerkenswert sind, beherbergen die auch als Bergwiesen bezeichneten Borstgrasrasen (pflanzensoziologisch die Ordnung der "Nardetalia") einige Orchideenarten, die hier ihre Hauptvorkommen aufweisen.

In höheren Mittelgebirgslagen der Eifel und des Sauerlandes entwickelten sich Pflanzengemeinschaften, die an hohe Niederschläge und saure Böden angepaßt sind. Entstanden durch Schafbeweidung oder einschürige Mahd, werden diese mageren Grünlandgesellschaften durch das in Horsten wachsende Borstgras (Nardus stricta) charakterisiert.

Weitere typische Kräuter sind Berg-Wohlverleih (Arnica montana), Bärwurz (Meum athamanticum) Hunds-Veilchen (Viola canina), Gemeines Kreuzblümchen (Polygala vulgaris) sowie die unscheinbare Mondraute (Botrychium lunaria). Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) und Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) stellen die häufigsten Orchideenarten der sauren Bergwiesen dar, auch Großes Zweiblatt (Listera ovata), Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) können hier und da hinzutreten. Die Weiße Höswurz (Pseudorchis albida) ist mit seinen wenigen Restvorkommen ausschließlich auf diesen selten gewordenen Lebensraum angewiesen.

Lebensraum der Weißen Höswurz (Pseudorchis albida). Foto: S. Sczepanski