Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 Kalkflachmoore

Kalkflachmoor mit einem Vorkommen des Torf-Glanzkrautes (Liparis loeselii). Foto: S. Sczepanski

Als natürliche Niedermoore oder Ersatzgesellschaften kalkreicher, quelliger Erlenbruchwälder stellen die noch vorhandenen Kalkflachmoore einen der aus botanischer Sicht bemerkenswertesten Lebensräume in Nordrhein-Westfalen dar. Verbreitungsschwerpunkt ist die Kalkeifel, daneben gibt es Reliktvorkommen im Weserbergland . Die Vorkommen am linken Niederrhein sind seit langem erloschen. Neben einer Reihe von Kleinseggenarten (Carex spec.) sind Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium) und Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) typisch für Kalkflachmoore. Beispielhaft seien der Davallseggenrasen (Caricetum davallianae) und der bei uns extrem seltene Sumpfknabenkraut-Kopfried-Rasen (Orchio-Schoenetum nigricantis) genannt. Typische Orchideenarten der Kalkflachmoore sind Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und eine Reihe von Knabenkraut-Arten (Dactylorhiza majalis, D. incarnata, D. praetermissa). Letztgenannte weisen bei gemeinsamem Auftreten häufig eine starke Tendenz zur Hybridisierung auf, die so weit gehen kann, daß nach Ausprägung konkurrenzstarker, stabiler Hybridsippen die Ausgangsarten in reiner Form nicht mehr nachgewiesen werden können.

Vereinzelt können sich in Kalkflachmooren auch Arten wie Großes Zweiblatt (Listera ovata) oder Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) ansiedeln. Als eine der seltensten und gefährdetsten Orchideenarten Nordrhein-Westfalens ist das Torf-Glanzkraut (Liparis loeselii) in besonderer Weise auf ungestörte, nicht entwässerte oder gedüngte Kalkflachmoore angewiesen.