Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 

Purpur-Knabenkraut - Orchis purpurea HUDSON

 

Etymologie:
(griech.) orchis: Hoden (wegen der Ähnlichkeit der Knollen mit Hoden)
(lat.) purpureus: purpurrot

Typische Merkmale: Pflanze groß und kräftig. Laubblätter groß, länglich-oval, glänzend, ungefleckt, eine Rosette bildend, oberste den Stengel scheidig umfassend. Blütenstand kräftig, kegelförmig bis zylindrisch, dicht- und vielblütig. Brakteen klein, spitz, wesentlich kürzer als der Fruchtknoten. Sepalen und Petalen einen Helm bildend, braunrot, oft innen oder zur Basis grüngrundig mit braunroten Flecken. Lippe groß, tief dreilappig, in der Form sehr vielgestaltig, weißlichrosa bis dunkelpurpurn mit vielen Büscheln von braunroten Papillen. Seitenlappen schmal, abstehend. Mittellappen nach vorn stark verbreitert, zweiteilig, in der Bucht meist mit einem deutlichem Zähnchen. Sporn kurz, zylindrisch, abwärts gebogen.

Variationsbreite: Die Länge und Breite von Mittellappen und Seitenlappen der Lippe sowie die Farbverteilung auf der Lippe sind ziemlich variabel.

Biotop: Lichte (Laub-)Wälder, Gebüsche, Halbtrockenrasen, vorwiegend auf südexponierten Hängen (wärmeliebende Art), nur auf Kalk.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Blütezeit: Mitte Mai bis Mitte Juni

Verbreitung in NRW: Die verbliebenen Fundorte liegen in der Eifel, den Beckumer Bergen und im Diemel-Wesergebiet. In Ostwestfalen ist ein erheblicher Rückgang festzustellen. Frühere Fundorte im Laubmischwald wurden in Nadelwaldkulturen umgewandelt.

Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet)

Gefährdung: Verschlechterung der Lichtverhältnisse im Wald, starke Verbuschung, Nadelwaldaufforstungen.

Bemerkungen: Wenn sich die Lichtverhältnisse durch stärkere Beschattung im Wald verschlechtern, kommt die Art nicht mehr zur Blüte, kann aber noch einige Jahre vegetativ überdauern. Sie kommt wieder zur Blüte, wenn der Wald ausgelichtet wird.