Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 

Fleischfarbenes Knabenkraut - Dactylorhiza incarnata (L.) SOÒ

 

Etymologie:
(griech.) daktylos: Finger; rhiza: Wurzel
(lat.) incarnatus: zu Fleisch geworden (bezieht sich auf die Blütenfarbe)

Typische Merkmale: Blätter ungefleckt, am Grund stengelumfassend, lang, steil aufgerichtet, gekielt bis gefaltet, die oberen an der Spitze tütenartig zusammengezogen. Tragblätter länger als Blüten. Stengel dick und hohl. Blütenfarbe von weißlichrosa bis purpurn. Lippe relativ klein, ungeteilt bis undeutlich dreilappig mit einer feinen, dunkelroten Streifenzeichnung. Seitliche Sepalen abstehend bis aufwärts gerichtet, breit-lanzettlich, mit einer roten Flecken- oder Schleifenzeichnung.

Variationsbreite: Die Pflanzen können in der Größe stark variieren. Am Niederrhein gab es vor 1930 Populationen extrem kleiner Pflanzen (Dactylorhiza incarnata var. obscura). In NRW kommt heute nur noch die Nominatrasse vor.

Biotop: Nasse bis sumpfige Wiesen, Flachmoore, bevorzugt auf Kalk.

Blütezeit: Ende Mai bis Ende Juni

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Verbreitung in NRW: Die Art war in NRW niemals häufig, kam aber besonders im Flachland zerstreut vor. Durch den starken Rückgang geeigneter Biotope ist sie heute überall selten. Zur Zeit sind lediglich noch zwei reine Populationen in den Beckumer Bergen bekannt.

Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet)

Gefährdung: Verlust bzw. Veränderung der Biotope, nur noch wenige Fundorte.

Problematik: Schwer unterscheidbar von der reinen Art sind Hybridsippen mit einem beherrschenden Einfluss des Fleischfarbenen Knabenkrautes (Dactylorhiza incarnata). Zwei sehr interessante Populationen mit einem geringen Einfluss des Breitblättrigen Knabenkrautes (Dactylorhiza majalis) wurden erst in den letzten Jahren an der Lippe im Kreis Unna und im nördlichen Sauerland bei Hagen entdeckt.