Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 

Torfmoos-Knabenkraut - Dactylorhiza sphagnicola (HÖPPNER) SOÒ

 

Etymologie:
(griech.) daktylos: Finger; rhiza: Wurzel
(lat.) Sphagnum: Torfmoos, im Torfmoos wachsend

Typische Merkmale: Blätter immer ungefleckt und grasgrün, das zweite Blatt am längsten, das dritte am Grund scheidenartig erweitert. Tragblätter viel länger als die Blüten. Blüten hellrosa, selten dunkler. Lippe dreilappig, immer breiter als lang, am Rand nicht gezähnelt, in der Mitte meist mit verschwommener Punktzeichnung, Seitenlappen etwas zurückgebogen. Sporn walzenförmig, am Ende abgerundet, kürzer als der Fruchtknoten. Staubbeutelfächer rosenrot. Pollinien grünlichgelb.

Variationsbreite: Die geringen Restvorkommen in NRW ermöglichen keine Aussage. Die belgischen Populationen zeigen eine deutliche Variation von Fundort zu Fundort, liegen aber alle innerhalb der typischen Variationsbreite einer Art. Zu berücksichtigen ist, dass häufig Hybriden mit dem Gefleckten Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) in den Populationen vorkommen und dadurch ein relativ inhomogener Gesamteindruck entsteht.

Biotop: Ausschließlich Torfmoorsümpfe mit Sphagnumpolstern.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Blütezeit: Juni

Verbreitung in NRW: Die Art wurde von H. Höppner 1927 aus der Wahner Heide beschrieben. Dort gibt es in schwer zugänglichen Moorstellen auch noch Populationen von reiner Dactylorhiza sphagnicola aber in der Mehrzahl Mischpopulationen, bei denen Hybriden mit dem Gefleckten Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) dominierend sind. Der einzige andere Fundort in NRW liegt an der belgischen Grenze und wurde vor wenigen Jahren durch Ausgraben stark dezimiert. Aktuell ist die Art dort verschollen. Die letzten Vorkommen besitzen höchste Schutzwürdigkeit!

Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet)

Gefährdung: Biotopveränderungen, Trockenlegung, Düngereintrag.

Problematik: Viele lokale Hybridpopulationen sind vom Aussehen der Pflanzen her ähnlich, einige bewohnen auch ähnliche Biotope. Im deutsch-niederländisch-belgischen Grenzgebiet gibt es eine Reihe von Lokalpopulationen, die zusammen mit Dactylorhiza sphagnicola in den Komplex Dactylorhiza traunsteineri-russowii gehören.