Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 

Höppners-Knabenkraut - Dactylorhiza sphagnicola subsp. hoeppneri (FUCHS) DALKOWSKI, WENDE & WENKER

 

Etymologie:
(griech.) daktylos: Finger; rhiza: Wurzel
(lat.) Sphagnum: Torfmoos, im Torfmoos wachsend
hoeppneri: benannt nach Hans Höppner (1873-1946)

Typische Merkmale: Vier bis sieben Blätter, immer ungefleckt, aufgerichtet bis etwas abstehend, beim Aufblühen den Blütenstand meist deutlich überragend, im unteren Teil am breitesten, an der Spitze meist tütenartig gebogen, am Grund den Stengel scheidenartig umschließend. Tragblätter länger als die Blüten. Blütenstiel streckt sich stark erst nach dem Aufblühen. Blüten hellrosa, selten dunkler. Lippe dreilappig, immer breiter als lang, am Rand nicht gezähnelt, in der Mitte meist mit Punkt- oder verschwommener Strichzeichnung, Mittellappen meist klein, Seitenlappen etwas zurückgebogen. Sporneingang sehr groß; Sporn kegelförmig, etwa so lang wie der Fruchtknoten oder etwas länger, leicht nach unten gebogen. Staubbeutelfächer rot. Pollinien gelb.

Variationsbreite: Bei einer Population in NRW ist keine Aussage möglich.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Biotop: Moor- und Bruchlandschaft in feuchtem Gras bzw. mit Moorlilie (Narthecium ossifragum).

Blütezeit: Ende Mai bis Mitte Juni

Verbreitung in NRW: Nur von einem einzigen Fundort in NRW bekannt. Im deutsch-niederländisch-belgischen Grenzgebiet gibt es jedoch eine ganze Reihe von Lokalpopulationen, die zusammen mit dem Torfmoos-Knabenkraut (Dactylorhiza sphagnicola) in den Komplex Dactylorhiza traunsteineri-russowii gehören.
Die Unterart wurde 1919 von A. FUCHS aus dem Gangelter Bruch beschrieben, wo sie schon seit vielen Jahren ausgestorben ist. Schon H. HÖPPNER gibt die Unterart 1926 auch aus den Schwalmbrüchen an, wo sie auch heute noch an einer unzugänglichen Stelle vorkommt.

Rote Liste NRW: nicht enthalten

Gefährdung: Biotopveränderungen, Absinken des Wasserstandes. Das einzige Vorkommen der Art in NRW besitzt allerhöchste Schutzwürdigkeit.