Nordrhein-Westfalen des BUND NW

 

Schmalllippige Stendelwurz - Epipactis leptochila (GODFERY) GODFERY

 

Etymologie:
epipaktis: altgriech. Name für eine Schmarotzerpflanze (Orobanche ?)
(griech.) leptos: fein, dünn; cheilos: Lippe

Typische Merkmale: Blätter lanzettlich eiförmig, manchmal herabhängend. Blütenstand locker. Blüten abstehend bis nickend. Sepalen und Petalen etwas zusammengeneigt, grünlich. Lippe grün, oft rötlich getönt, mit weißem Rand, Hypochil flach halbkugelig, innen meist rötlich, nektarführend. Epichil länger als breit, spitz und vorgestreckt. Viscidium fehlend bzw. unwirksam (vertrocknet), d.h. die Sippe ist immer autogam (selbstbestäubend).

Variationsbreite: Die ostwestfälischen Vorkommen sind relativ konstant in ihren Merkmalen. Von mehreren beschriebenen Varietäten soll hier nur auf Epipactis leptochila var. cleistogama (C. Thomas) D. P. Young hingewiesen werden, bei der sich die Blüten kaum öffnen. Die Selbstbestäubung findet bei geschlossenen Blüten statt (Kleistogamie). Sie wurde aus England beschrieben aber auch in Thüringen gefunden und könnte in NRW auftreten.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Biotop: Schattige Buchenwälder mit wenig Unterwuchs, nur auf Kalk.

Blütezeit: Mitte Juli bis Anfang August

Verbreitung in NRW: Die Art hat in ihrem gesamten Areal eine lückige Verbreitung und bildet häufig nur kleinere Populationen. Die maximale Populationsgröße liegt bei 100 bis 200 Pflanzen. In NRW liegt der Schwerpunkt der Verbreitung im Diemel-Wesergebiet, aber auch in der Eifel wurde sie sicher nachgewiesen.

Rote Liste NRW: 3 (gefährdet)

Gefährdung: Die wenigen Fundorte sind durch forstwirtschaftliche Maßnahmen gefährdet. Epipactis leptochila leidet bei Wildüberbesatz besonders unter Verbiß und kommt deshalb häufig nicht zur Blüte.

Bemerkungen: Müllers Stendelwurz (Epipactis muelleri), bewohnt weniger schattige Stellen und ist durch ihre Blattform, dichtere Blätter und die nicht zugespitzte Lippe unterscheidbar. In der Eifel gibt es etwas untypische Vorkommen, die mehrfach als Epipactis leptochila gemeldet wurden.