Kleines Knabenkraut - Orchis morio L.

Etymologie:
(griech.) orchis: Hoden (wegen der Ähnlichkeit der Knollen mit Hoden)
(griech.) moros: närrisch; (lat.) morio: Narr

Typische Merkmale: Pflanzen klein, aber kräftig. Laubblätter ungefleckt, eine Rosette bildend, die obersten stengelumschließend. Blütenstand kurz, locker bis dichtblütig. Brakteen häutig, rot überlaufen, etwa so lang wie der Fruchtknoten. Blüten meist rotviolett, aber auch heller, selten weiß. Sepalen und Petalen zu einem Helm zusammenneigend, deutlich grün geadert. Lippe breit, dreilappig (manchmal nur leicht), Seitenlappen meist zurückgeschlagen, Mittellappen in der helleren Mittelzone gefleckt bis punktiert. Sporn zylindrisch bis keulenförmig, waagrecht bis aufwärts gebogen, kürzer als der Fruchtknoten.

Variationsbreite: Die Blütenfarbe kann von dunkelpurpurn über hellrosa bis zu weiß-grundig mit dunkleren Flecken in der Lippe variieren. Selten kommen auch reinweiße Pflanzen vor. Sonst wenig variabel.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Biotop: Trockene bis feuchte, ungedüngte Wiesen, extensive Weiden und Mähwiesen, auf Kalk

Blütezeit: Ende April bis Anfang Juni

Verbreitung in NRW: Die Art war früher in ganz Deutschland eine der häufigsten Orchideen. Durch Intensivierung der Landwirtschaft ist sie extrem zurückgegangen und besitzt heute insgesamt noch wenige Fundorte, davon nur noch zwei in der Eifel und einer in Ostwestfalen mit größeren Stückzahlen.

Rote Liste NRW: 2N (stark gefährdet, von Naturschutzmaßnahmen abhängig)

Gefährdung: Düngung von Wiesen, intensive Beweidung, Fehlen von Beweidung bzw. Mahd.

 

 

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