Bienen-Ragwurz - Ophrys apifera HUDSON

Etymologie:
(griech.) ophrys: Augenbraue
(lat.) apis: Biene; fero: ich trage

Typische Merkmale: Laubblätter in Grundrosette sowie 3 bis 5 Stengelblätter. Stengel kräftig. Blütenstand locker, lang gestreckt, bis 10-blütig. Brakteen deutlich länger als der Fruchtknoten. Sepalen länglich oval, das mittlere oft zurückgeschlagen, weiß, rosa oder rot. Petalen kurz, schmal, behaart, grünlich bis purpurn. Lippe tief dreilappig, samtig-kastanienbraun. Seitenlappen gehöckert, dicht behaart. Mittellappenrand stark nach hinten umgeschlagen und behaart (Anhängsel der Lippe nach hinten). Malzeichnung braun mit gelblichweißer Umrandung, das Basalfeld umschließend, sowie zwei abgesetzte gelblich-weiße Flecken im unteren Lippenteil. Basalfeld orangebraun. Am Narbenrand zwei rote Staminodialpunkte. Konnektivfortsatz lang, S-förmig gebogen.

Foto: S. Sczepanski

 

Variationsbreite: Ophrys apifera var. bicolor mit zweifarbiger Lippe; Ophrys apifera lus. friburgensis mit Petalen ähnlich ausgebildet wie die Sepalen; Ophrys apifera lus. botteronii mit Petalen ähnlich Sepalen sowie einer flachen Lippe mit aufgelöster Zeichnung; Ophrys apifera var. flavescens mit grünlichgelber Lippe und weißen Sepalen; Ophrys apifera lus. trollii mit spitzer, gelber, reduzierter Lippe. Alle diese Formen sind in NRW sehr selten.

Biotop: Halbtrockenrasen, lichtes Gebüsch, nur auf Kalk.

       

Blütezeit: Juni bis Mitte Juli

Verbreitung in NRW: Die Art zeigt in den letzten Jahren eine Ausbreitungstendenz. So gibt es Neufunde im Raum Wuppertal, im Oberbergischen sowie im Rekultivierungsbereich der Braunkohle. Sie wurde auch mehrmals neu auf Industriebrachen gefunden.

Rote Liste NRW: 3N (gefährdet, von Naturschutzmaßnahmen abhängig)

Gefährdung: Verbuschung der Biotope durch Fehlen von Beweidung bzw. Mahd.

Bemerkungen: Die Pflanzen treiben schon im Herbst neu aus, so daß man sie im Winter an ihren typischen Blattrosetten erkennen kann. Die Art kommt nicht in jedem Jahr zur Blüte. Da es in Mitteleuropa keinen Bestäuber der Bienenragwurz gibt, kommt es fast ausschließlich zur Selbstbestäubung, bei der sich die Stielchen der Pollinien nach innen biegen, bis sich die Pollinien oberhalb der Narbe befinden.

 

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