Einknolle, Honigorchis - Herminium monorchis (L.) R. BROWN

Etymologie:
(griech.) hermis: Stütze, Bettpfosten (Vergleich des Blütenstandes mit einem gedrechseltem Bettpfosten)
(griech.) monos: einzeln; orchis: Hoden, Knolle

Typische Merkmale: Intensiver Honigduft der Blüten. Pflanzen zierlich, aber vielblütig. 2 bis 3 Blätter, eiförmig bis lanzettlich. Blüten klein, nickend, blaßgelb bis gelbgrün. Sepalen und Petalen eiförmig-lanzettlich, stumpf, glockig zusammengeneigt mit spitzen, nach außen gebogenen Zipfeln. Lippe dreilappig mit spitz verlängertem Mittellappen, am Grund schüsselförmige Aushöhlung, aber kein Sporn.

Variationsbreite: Die Art ist wenig variabel.

Biotop: Frühjahrsfeuchte, kurzrasige Wiesen bzw. Halbtrockenrasen, nur auf Kalk.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Blütezeit: Mitte Juni bis Mitte Juli

Verbreitung in NRW: Die Art ist überall in Deutschland in den letzten 100 Jahren stark zurückgegangen. In NRW gibt es außer einigen Fundorten in der Eifel nur noch ganz vereinzelte Vorkommen an der Grenze zu Hessen. Die Art ist hochgradig gefährdet.

Rote Liste NRW: 2N (stark gefährdet; von Naturschutzmaßnahmen abhängig).

Gefährdung: Mit den kleinen, am Grunde sitzenden Blättern kann sich die Pflanze nur in kurzrasigen Wiesen behaupten. Durch Düngung verschwindet sie ebenso wie durch Verfilzung infolge von Brache oder fehlender Beweidung. Pflegemaßnahmen, Beweidung oder Mahd, sind für den Erhalt der Fundorte von ausschlaggebender Bedeutung.

Bemerkungen: Die Art besitzt zur Blütezeit nur eine Knolle. Nach dem Abblühen wird an den Enden von ein bis zwei bis zu 20 cm langen Ausläufern (Stolonen) je eine neue Knolle für den nächstjährigen Trieb gebildet. Durch diese vegetative Vermehrung können sich größere Gruppen bilden.

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