Sumpf-Weichwurz - Hammarbya paludosa (L.) O. KUNTZE

Etymologie:
Hammarbya: Zu Ehren LINNÈ’s, nach dessen Landsitz Hammarby bei Uppsala
(lat.) paludosus: sumpf(artig)

Typische Merkmale: Pflanze sehr zierlich. Am Grund 2 bis 3 fleischige, ovale Blätter, dazwischen die oberirdische Scheinknolle. Blütenstand locker und reichblütig. Blüten sehr klein, gelblichgrün. seitliche Sepalen nach oben stehend, das mittlere nach unten, Petalen sehr schmal, seitlich zurückgebogen. Lippe winzig, nach oben gerichtet.

Variationsbreite: Die Art ist wenig variabel.

Biotop: Nasse Torfsümpfe, Hochmoore, oft in Torfmoospolstern (Sphagnum spec.).

Blütezeit: Mitte Juli bis Mitte August

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Verbreitung in NRW: Die Art ist durch Trockenlegungen schon vor 1900 extrem zurückgegangen. In NRW gibt es nur noch ein einziges bekanntes Vorkommen. Bei einer genehmigten Wuchskontrolle (Betretungsverbot!) wurde im Jahr 1995 ein Bestand von ca. 200 Pflanzen festgestellt.
Ein „Wiederfund“ der Art vor einigen Jahren in der Wahner Heide bei Köln geht auf eine Ansalbung von Pflanzen aus Bayern zurück.

Rote Liste NRW: 1 (vom Aussterben bedroht).

Gefährdung: Da die Pflanze sehr klein und unscheinbar ist und Jungpflanzen im Torfmoos (Sphagnum) kaum auszumachen sind, ist sie auch durch Begehung des Fundortes sehr gefährdet. Der einzige, seit langem bekannte Fundort ist ein NSG mit Betretungsverbot. Dadurch ist die Population vor direktem Eingreifen durch den Menschen relativ sicher. Aber durch Verdichtung der Krautschicht und Veränderungen des Wasserstandes bleibt die Art gefährdet. Die Kontrolle im Jahr 1995 ergab, daß Pflegemaßnahmen dringend notwendig waren. Die inzwischen angelaufenen Pflegemaßnahmen können nur gegen die erste von beiden Gefahren helfen, so daß die Art in NRW ganz akut vom Aussterben bedroht ist.

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