Müllers Stendelwurz - Epipactis muelleri GODFERY

Etymologie:
epipaktis: altgriech. Name für eine Schmarotzerpflanze (Orobanche?)
muelleri: benannt nach Hermann Müller (1829-1883)

Typische Merkmale: Blätter lanzettlich, lang zugespitzt, rinnig gefaltet, am Rand gewellt. Blüten nickend bis hängend. Sepalen grünlich, Petalen heller. Hypochil schüsselförmig, innen braunrot (selten grünlich) gefärbt, nektarführend. Übergang zum Epichil weit. Epichil grünlichweiß, oft rosa überlaufen, herzförmig stumpf, Spitze zurückgeschlagen. Viscidium in der Regel fehlend, sonst stark reduziert und unwirksam, d.h. die Sippe ist immer selbstbestäubend (autogam).

Variationsbreite: Die Art ist in Größe und Blütenzahl sehr variabel. Die Lippenform ist ziemlich konstant, lediglich das Epichil kann etwas veränderlich sein.
In NRW kommen, wie in anderen Bundesländern, Pflanzen vor, die in allen sonstigen Merkmalen Epipactis muelleri entsprechen, aber ein funktionsfähiges Viscidium besitzen. Einige Vorkommen von Epipactis muelleri in der Eifel sind etwas untypisch und wurden daher mehrfach fälschlich der Schmalllippigen Stendelwurz (Epipactis leptochila) zugeordnet.

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Biotop: Waldränder, Gebüsche, auch Halbtrockenrasen, halbschattig, auf kalkhaltigem Untergrund in geschützten Lagen (wärmeliebende Art).

Blütezeit: Ende Juni bis Anfang August

Verbreitung in NRW: Die Art erreicht in NRW die Nordgrenze ihrer Verbreitung. Sie kommt in der Eifel, im Diemel-Wesergebiet und isoliert im Raum Lengerich vor. Sie wurde früher als Unterart Der Breitblättrigen Stendelwurz (Epipactis helleborine) geführt und daher in vielen Regionalfloren nicht separat erfaßt.

Rote Liste NRW: 3 (gefährdet)

Gefährdung: Biotopveränderungen

 

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