Blattloser Widerbart – Epipogium aphyllum SWARTZ

Etymologie:
(griech.) epi: aufwärts; pogon: Bart
(griech.) aphyllos: blattlos

Typische Merkmale: Blattloser Saprophyt. Stengel kahl, blassgelb bis rötlich, durchscheinend. Blütenstand locker mit ein bis sechs ca. 2 cm großen, hängenden Blüten, bei denen die Lippe aufwärts gerichtet ist (nicht resupiniert). Sepalen und Petalen schmal, fast gleich lang, gelblich. Lippe gelblichweiß mit rosa Schimmer, dreilappig. kurze, abgerundete Seitenlappen. Mittellappen groß, herzförmig, nach oben gebogen, mit 3 bis 6 Reihen purpurner, gekräuselter Längsleisten. Sporn sackartig, mit rötlichem Schimmer, wie die Lippe aufwärts gerichtet.

Variationsbreite: Die Art ist kaum variabel.

Biotop: Schattige, humusreiche Laub- und Mischwälder; vorwiegend in der montanen Stufe. Auf Kalk mit starker Laubauflage.

Blütezeit: Mitte Juli bis Mitte August

Foto: S. Sczepanski
       
Foto: S. Sczepanski

Verbreitung in NRW: Die Art kommt im nordwestdeutschen Flachland nicht vor. In NRW existieren nur noch vier Vorkommen in der Nordeifel, im Weserbergland und im Raum Lengerich. Ein großer Bestand bei Hagen ist durch die stufenweise Vergrößerung eines Steinbruches 1962 größtenteils und 1969 endgültig vernichtet worden. Ein seit Jahrzehnten bekanntes Vorkommen in der Nordeifel ist aktuell ebenfalls durch die Erweiterung eines angrenzenden Steinbruches gefährdet.

Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet).

Gefährdung: Aufgrund ihrer Seltenheit und des starken Rückganges durch Biotopveränderungen - die Art reagiert sehr empfindlich - ist sie in NRW sehr gefährdet. Die noch exitsierenden Vorkommen leiden jährlich unter einem starken Fototourismus!

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