Übergangsbereiche, z.B. vom geschlossenen Waldbestand zur offenen Kulturlandschaft,
oder auch offene Randbereiche von Straßen oder Forstwegen bieten aufgrund ihres
oftmals hohen Randeffektes und mikroklimatischer Besonderheiten bei geeigneten
Bedingungen häufig sehr günstige
Voraussetzungen für eine reichhaltige
Orchideenflora. Ähnliches gilt auch für
Verbuschungsstadien von Kalkmagerrasen
mit wärmeliebenden Strauchgesellschaften
(Sauerdorn-Gebüsche des
Berberidion-Verbandes). Als typischer
Vertreter dieser wärmeliebenden
Gebüsche sei das relativ häufige
Schlehen-Liguster-Gebüsch genannt, für
die Wacholdertriften der Kalkeifel und
des Weserberglandes gilt entsprechendes. |
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Das Besondere an den "Übergangs-Lebensräumen" (Gebüsche, Lichtungen, Waldränder) ist die potentielle Besiedelbarkeit durch eine große Zahl von Orchideenarten sowohl des Waldinneren wie auch der offenen Magerrasengesellschaften. Aus dem Wald wandern beispielsweise das Weiße Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), Schwertblättrige Waldvöglein (Cephalanthera longifolia), Rote Waldvöglein (Cephalanthera rubra) und Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) ein. Typische Kalkmagerrasenarten an halboffenen Standorten sind Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) und Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), Dreizähniges Knabenkraut (Orchis tridentata), Müllers Stendelwurz (Epipactis muelleri) und Ohnsporn (Aceras anthropophorum). Einige Vorteile dieser besonderen halboffenen Lebensraumtypen sind Windschutz, Schutz vor zu starken Temperaturschwankungen und vor zu intensiver Besonnung und infolgedessen eine bessere Wasserversorgung, längere Schneebedeckung und damit verbundener Kälteschutz sowie günstigere Bedingungen für eine Bestäubung wegen der zahlreichen fliegenden Insekten. Die Vegetationsdynamik solcher Standorte ist naturgemäß jedoch sehr hoch. Ohne entsprechende Nutzung oder Pflege werden solche Verbuschungsstadien nach einigen Jahren oder wenigen Jahrzehnten durch dichte Vorwald- bzw. Waldgesellschaften abgelöst, in denen viele Orchideenarten für ein paar Jahre bestenfalls noch vegetativ überleben und dann verschwinden. |
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