Aktuelles aus dem AHO

Neues Orchideenbuch

Nach langer Arbeit daran, präsentieren nun unsere Orchideenfreunde aus den Niederlanden - Jean Claessens und Jacques Kleynen - ein ganz neues Orchideenbuch. Im Unterschied zu vielen anderen Büchern geht es hier weniger um die Verbreitung, sondern mehr um die Biologie und Morphologie unserer heimischen Orchideengattungen. Wer die Makrofotos der beiden Autoren kennt, weiß was für eine Meisterwerk uns in Kürze erwartet.

Wer das Buch bis zum 31.12.2010 bestellt, zahlt 57,50 EUR (statt später 72,50 EUR). Nähere Informationen gibt es hier: www.europeanorchids.com



Regionaltreffen der Eifel-Gruppe in Bad Münstereifel, 24. Oktober 2009
Am Samstag, 24.10.2009, dem letzten vom Ehepaar Baum geleiteten Regionaltreffen der Eifel-Gruppe des AHO NW durften mehr als 85 Teilnehmer einen sehr gelungenen Nachmittag mit exzellenten Vorträgen, vielen guten Gesprächen, leckerem Kuchen und Kaffee im Bürgersaal des "weißen" Rathauses, Bad Münstereifel, erleben. Als eine ihrer letzten Amtshandlungen verabschiedeten das Ehepaar Baum, tatkräftig unterstützt durch den Leiter des Arbeitskreises, Herrn Dr. Michael Luwe, den Koordinator der Eifel-Kartierung, Herrn Roderich Wehner.

Nach über zwanzigjähriger Tätigkeit als sehr aktiver Kartierer, Koordinator der Kartierung in der Eifel, Entwickler und Betreuer des Daten-Systems OSY, das den immensen Datenbestand der Orchideen-Fundorte verwaltete, wurde Roderich Wehner verabschiedet. Es stimmte schon ein wenig wehmütig, wenn ein solch erfahrener Kenner der Eifel-Orchideen beschließt, kürzer zu treten. Ich glaube wir können mit Recht feststellen: Herr Roderich Wehner hat sich um die Orchideen der Eifel verdient gemacht.

Leider mussten wir auch zur Kenntnis nehmen, dass sich das Ehepaar Baum nach 20 Jahren aus der Leitung der Eifel-Gruppe verabschiedete. Ich glaube, dass wir im Namen aller Eifel-Orchideen- Freundinnen und -Freunde sprechen, wenn wir nochmals recht herzlichen Dank sagen für die immense Arbeit, die Sie beide für uns und die Orchideen in den vergangenen Jahren geleistet haben!

Die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit des Ehepaares Baum wurde im Jahre 2003 durch Überreichung der Silberpflanze der "Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt" für ihre Verdienste um den Schutz Heimischer Orchideen und für langjährige Naturschutz-Bildungsarbeit gewürdigt.

Die Eifel-Gruppe drückte ihren Dank in Worten in der im Folgenden wiedergegebenen "Urkunde" aus:


Urkunde

Die Eifel-Gruppe des
Arbeitskreises Heimische Orchideen NRW
im BUND-NW e.V.

dankt dem Ehepaar
Angelika und Heinz Baum

für Ihren
zwanzig-jährigen Einsatz.

Danke
für ca. 50 Rundschreiben, auf die wir immer schon gewartet haben. Ca. 40 Regionaltreffen mit spannenden Beiträgen zu Orchideen, Reiseberichten über Plätze dieser Welt mit seltenen Pflanzen, erweitert durch den Blick für die Dinge, die neben den Orchideen existieren, waren uns Freude und Genuß. Auch die unzähligen Kartier- und Biotop-Exkursionen, die zahlreichen Pflegeeinsätze sowie die perfekten Dia-Vorträge über Orchideen und Reisen dürfen nicht unerwähnt bleiben.

Viel Glück, eine große Portion Gesundheit und Zufriedenheit. Wir hoffen sehr Euch auch weiterhin oft unter uns erleben zu dürfen.

Eure Eifelgruppe
Bad Münstereifel, 24. Oktober 2009

Aus Anlass des zwanzigsten Herbstregionaltreffens und der Tatsache, daß es das letzte vom Ehepaar Baum geleitete Regionaltreffen sein würde, konnten die Baums mit zwei gewichtigen Vorträgen aufwarten: Eifel-süchtig des Ehepaars Ortrud und Volker Hasenfuß, in dem die schönsten Dias aus zwanzig Jahren gezeigt wurden sowie Sex in der Eifel über "Faszinierendes, Schönes und Neues über Blümchen und Bienchen" unserer lieben Freunde aus Holland, Jean Claessens und Jacques Kleynen. Nach den beiden Vorträgen, die wohl alle Anwesenden sehr genossen, vielen guten Gesprächen u.a. auch bei vielen verschiedenen sehr leckeren Kuchensorten und Kaffee und bei zahlreichen guten Büchereinkäufen bei Wil Meijs, der schon zu einer lieb gewordenen Bereicherung der Herbst-Regionaltreffen geworden ist, ging es dann doch zur "Verabschiedung" der Baum´s; wenn auch die zeitliche Abfolge nicht ganz der Intension der Organisatoren entsprach: der Bürgermeister der schönen Stadt Bad Münstereifel, Herr Alexander Büttner, konnte zeitlich nur zu Beginn der Veranstaltung bei uns hereinschauen.

Aber, wie es im Leben so oft heißt: der eine kommt, der andere geht, so auch bei den Eifel-AHO lern.
Mit der Verabschiedung wurde das neue Leitungsteam vorgestellt, von wem wohl? Klar, vom alten Leitungsteam, den Baums:

Beatrice Lange Tel.: 02241 - 973 960 E-mail: blange@tetraguard.de

Klaus H. Käselau Tel.: 02227 - 1571 E-mail: k.u.u.kaeselau@t-online.de

Franz Opitz Tel.: 02251 - 57092 E-mail: Franzopitz@gmx.de



Falscher Termin im Eifel-Rundschreiben 3/2009

Leider hat sich im aktuell verschickten Rundbrief der Arbeitsgruppe Eifel ein Terminfehler eingeschlichen. Anstatt am 23.10.2010 wird das nächste Herbsttreffen 30.10.2010 stattfinden! Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und bitten darum diesen Termin nun vorzumerken.



Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist die Orchidee des Jahres 2010

Die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) haben den Frauenschuh zur Orchidee des Jahres 2010 gewählt. Damit kommt die wohl spektakulärste heimische Orchidee nach 1996 bereits zum zweiten Mal zu dieser hohen Ehre.

Der Frauenschuh wächst vor allem in lichten Wäldern und bevorzugt kalkhaltige Böden. Deutschland liegt im Hauptverbreitungsareal der Art, das sich über weite Teile Europas und Asiens erstreckt. In der bundesweiten Roten Liste ist der bundesweit als „gefährdet“ (Kategorie 3) eingestuft, regional ist die Gefährdung oft deutlich größer. Die größten Vorkommen gibt es noch in den alpinen und Mittelgebirgsregionen von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen. In Nordrhein-Westfalen hingegen gibt es nur noch wenige Vorkommen im Kreis Höxter und in den Beckumer Bergen bei Oelde.

Foto: Sebastian Sczepanski
Fotos: Sebastian Sczepanski
Die blühenden Pflanzen können bis zu 60cm hoch werden, haben meist eine, gelegentlich auch zwei, drei oder sehr selten sogar fünf Blüten. Die Lippe ist zu einem bis zu vier Zentimeter großen gelben „Schuh“ geformt, der nach oben offen, als Kesselfalle für Insekten dient. Ein dünner Ölfilm an den Rändern sorgt dafür, dass angelockte Insekten kaum Halt finden und ins Schuh-Innere abgleiten. Der einzig sichere Weg nach draußen führt an der Blütennarbe vorbei, so dass diese im Vorbeigehen automatisch die Pflanze bestäuben.


Als Pflanze mit besonderen Ansprüchen an ihren Lebensraum ist der Frauenschuh europaweit geschützt. In der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union wird er in der Liste der sogenannten prioritären Arten aufgeführt, für die besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Während in der Vergangenheit das Ausgraben der Pflanzen durch Sammler und Händler ein wesentlicher Gefährdungsfaktor war, leidet der Frauenschuh heute vor allem an Verschattung durch immer dichter werdende Wälder und die Aufgabe traditioneller Waldnutzungsformen.

Hier geht es zum Flyer =>



Pflegemaßnahme vom 12.09.2009 im Ripsdorfer Kalkflachmoor

Ab 9.30 Uhr wurde es unruhig im Kalkflachmoor zwischen Ripsdorf und Alendorf. Drei Freischneider, bedient von Mitarbeitern des AHO, mähten das recht hoch aufgeschossene Gras, die Mädesüßbestände und die vielen Schößlinge der Weiden und Zitterpappeln, die unserer geliebten Sumpf- Stendelwurz den Platz streitig machen wollten. Aber auch die unzähligen samentragenden Sumpf-Stendelwurzen mußten dran glauben; bis auf eine Insel an Exemplaren, die wir auf Vorschlag von Volker Hasenfuß stehen ließen. Zum Glück, denn bei Begehung des Rundweges nach Abschluß der Arbeiten entdeckten wir am Rande dieser Insel wunderschön blühende Fransen-Enziane! Wir waren unerbittlich und gaben erst Ruhe, nachdem alle Flächen gemäht waren; ich hoffe, die Orchideen werden es uns danken durch besonders üppiges Wachsen und Blühen im nächsten Jahr! Das Mahdgut wurde von weiteren Mitarbeitern des AHO und einer Aktiven des KNU zusammen gerecht und mittels Forken auf die bewährte LKW-Plane, die uns Bernd Margenburg wieder freundlicherweise aus Bergkamen mitgebracht hatte, plaziert und zum Wegesrand geschleift. Eine geniale Idee, der Transport mit der Plane! Es bleibt nur noch zu erwähnen, daß es einfach toll war, wie alle bei der nötigen Arbeit angepackt haben! Wir können, so glaube ich, auf das Geleistete stolz sein! Last but not least möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei den freundlichen Bäckerinnen für den Kuchen; er war sehr lecker! Und auch für die appetitlichen Schnitten meinen herzlichen Dank!

Klaus H. Käselau





Kartierungsexkursion in den Raum Marsberg

Foto: B. Margenburg

Zur Aktualisierung des AHO- Datenbestandes hatte unser Kartierungsleiter, Günter Westphal, am Samstag, den 16.05.2009, zu einer Kartierungsexkursion in den Raum Marsberg geladen. Neun Orchideenfreunde folgten dem Aufruf und nutzten das schöne Wetter zur gemeinsamen Kartierung. Der erste Exkursionsteil führte uns vom Treffpunkt in Westheim zu den Trockenrasenhängen des Kallentales. Schon von der Straße aus war Orchis tridentata in Vollblüte zu sehen. Zweithäufigste Orchidee nach Orchis tridentata war Ophrys insectifera. Die Fliegen-Ragwurz war teilweise noch in Knospe. Im Gegensatz zu anderen Standorten in NRW handelt es sich auch Dank der Pflegemaßnahmen um gesicherte Bestände.

Ein weiteres Ziel der Kartierungsexkursion war der Bereich des Dahlberges. Hier wurde an einem Wiesenrand ein bislang nicht bekannter Standort von Orchis tridentata gefunden. Weitere Exkursionsziele waren das Frohental und der Wulstenberg, der sich durch einen großen Bestand an Epipactis atrorubens auszeichnet. Es wurden insgesamt neun Orchidenarten gefunden: Epipactis atrorubens, Gymnadenia conopsea, Himantoglossum hircinium, Listera ovata, Orchis trdentata, Ophrys apifera, Ophrys insectifera, Orchis mascula, Platanthera chlorantha.

Bemerkenswert war der Fund von Himantoglossum hircinium. Bislang waren in Nordrhein-Westfalen nur Standorte aus der Eifel bekannt.

Notiert wurden auch die Funde von Schwalbenwurz, Katzenpfötchen, Seidelbast, Sonnenröschen, Schwalbenschwanz und Zauneidechse.


Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen

Am 8. November 2008 feierte der AHO NRW in Bergkamen sein 25-jähriges Bestehen!

Aus diesem Anlass wurde eine sehr gut besuchte Ganztagesveranstaltung durchgeführt, zu der neben einigen Ehrengästen auch die regionale Presse eingeladen war. Nach dem offiziellen, formellen Teil der jährlichen Mitarbeiterversammlung mit ca. 45 Personen, waren beim „offenen“ Festprogramm über 100 Personen (inkl. Gäste) dabei.

Nach Grußworten des stellvertretenden Bürgermeisters Kay Schulte und durch Friedrich Ostendorff vom Landesvorstand des BUND NRW, der den Zusammenhang zwischen praktischer Naturschutzarbeit, Öko-Landbau und Umweltpolitik aufzeigte, wurde die „Orchidee des Jahres 2009“, das Stattliche Knabenkraut (Orchis mascula) von Heinz und Angelika Baum vorgestellt.

Foto: W. Kuhn

Danach freuten wir uns sehr über drei weitere hochkarätige Diavorträge, die uns vom Mittelmeer ("Die Orchideen Südeuropas" von Dieter Gandras) bis zum Nordmeer führten ("Spaß an Orchideen – von der Ostsee bis zur Barentssee" von Jan und Liesbeth Essink) führten und auch die Biologie der Orchideen nicht zu kurz kommen ließen ("Orchideen und ihre Bestäuber – eine Faszination" von Jean Claessens und Jacques Kleynen).

Traditionell in den hervorragenden Räumlichkeiten der Ökologiestation des Kreises Unna zu Gast und erstklassig betreut und verpflegt durch viele fleißige Freiwillige, die für Kaffee und Kuchen, Bestuhlung, Technik, Presseeinladungen etc. etc sorgten, konnte unser Arbeitskreis auf 25 Jahre im Dienst der Heimischen Orchideen und ihrer Lebensräume zurückschauen. Ein neuer Flyer stellt den AHO NRW vor, und eine neue Posterausstellung, welche die Regionen NRWs und ihre typischen Orchideenarten in den Mittelpunkt stellt, macht deutlich, dass wir unsere Arbeit nicht verstecken müssen! Ein gemeinsames, festliches Abendessen rundete unseren „Feier-Tag“ ab.

Foto: W. Kuhn
Foto: W. Kuhn
Grußwortredner v.l.n.r.: Michael Luwe, 1. stellv. Bürgermeister Kay Schulte, Friedrich Ostendorff vom BUND NRW Landesvorstand, Bernd Margenburg
 


Jubiläumsveranstaltung "25 Jahre AHO in Nordrhein-Westfalen"

Orchideenfreunde aus ganz Nordrhein-Westfalen treffen sich am 8. November 2008 in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil. Nach dem Mitarbeitertreffen steht in diesem Jahr ein Jubiläum an. Seit 25 Jahren kümmern sich die Mitarbeiter/Innen des „Arbeitskreis Heimische Orchideen Nordrhein-Westfalen (AHO) des BUND-NW e. V.“ um die Erforschung, den Schutz und die Erhaltung der heimischen Orchideen. Aus diesem Grund bietet der Arbeitskreis nach den Grußworten des Ersten Stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Bergkamen, Kay Schulte und des Landesvorsitzenden des BUND NRW, Paul Kröfges öffentliche Vorträge von Orchideenkennern aus den Niederlanden und Deutschland an. Dieter Gandras wird einen Dia-Vortrag über die „Orchideen Südeuropas“ halten. Um 13:15 Uhr wird die Orchidee des Jahres 2009, das Manns- Knabenkraut von Angelika und Heinz Baum vorgestellt. Anschließend führen uns Jean Claessens und Jacques Kleynen mit ihrem Vortrag „Orchideen und ihre Bestäuber – eine Faszination“ mit beeindruckenden Fotos in die Bestäubungsbiologie unserer heimischen Orchideen ein. Ab 15:30 Uhr vermitteln uns Jan und Liesbeth Essink mit ihrem Vortrag „Spaß an Orchideen – von der Ostsee bis zur Barentssee“ einen Einblick in unsere nordische Orchideenwelt. Interessierte Naturfreunde/Innen sind zu den Vorträgen herzlich eingeladen.
Beginn: 9:30 Uhr (Mitarbeiterversammlung AHO NRW) bzw. 10:30 Uhr (öffentlicher Teil)



Die Orchidee des Jahres 2009

Das Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) ist die Orchidee des Jahres 2009. Die Arbeitskreise Heimische Orchideen wollen damit zum einen auf die Schönheit dieser Pflanze, zum anderen auf die Gefährdung der geschützten Art hinweisen. Die purpurrot, ganz selten auch weiß blühende Pflanze ist auf Wiesen und in den Wäldern der deutschen Mittelgebirge und im Alpenraum zu finden. Mit einer Größe bis zu 70 Zentimetern wird sie manchmal auch als Stattliches Knabenkraut bezeichnet. Bis zu 30 kleine Einzelblüten trägt der Blütenstand. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Höhenlage von Ende April bis Juli. Auch in anderen europäischen Ländern ist Orchis mascula weit verbreitet.

Fotos: S. Sczepanski (www.sczepanski-fotografie.de)


Ganz allgemein gelten die wild wachsenden Orchideen Mitteleuropas als Frühindikator für den Artenschutz - wo Orchideen noch wachsen können, geht es auch anderen Arten gut. Seit 1989 machen die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) jedes Jahr auf eine andere Orchidee aufmerksam.



"Pflege" der Orchideenwiese im NSG "Grube 7" in Haan

Bei herrlichem Wetter und frühherbstlichen Temperaturen fanden sich am 20.09.2008  26 Helfer der AGNU Haan und des AHO NRW ein, um die Orchideen-Wiese zu mähen und das Mahdgut abzutragen. Es macht immer wieder Spaß, mit Jung und Alt diese besondere Wiese  einmal jährlich zu pflegen, wodurch sich die Orchideen sehr gut entwickelt haben.
Der Dank geht an die fleißigen Aktiven und an "Haus Poock" für den leckeren Eintopf.
Als Lohn für die nicht immer ganz einfache Arbeit wird im Frühsommer wieder eine Exkursion zu den blühenden Orchideen angeboten.
Foto: Hasenfuß


12 fleißige Pfleger

Am Freitag, den 29.08.2008 trafen sich 12 fleißige Pfleger am Kalkflachmoor bei Ripsdorf (Eifel) um die Fläche zu mähen, Buschwerk zurück zu schneiden und Mahd- bzw. Schnittgut zum Abholen bereit zu machen. Ein Termin innerhalb der Woche hat sich zum zweiten Mal bewährt, da sich die Helferschar des AHO (nicht nur in der Eifel) zu allermeist aus rüstigen Rentnern rekrutiert! Obwohl schon ein Drittel der Pfleger die „70“ überschritten hat, wurde enorm tatkräftige Arbeit geleistet! Niemand hatte so wirklich daran geglaubt, dass wir es schaffen würden, aber es ist uns tatsächlich gelungen die gesamte Kernfläche des Kalkflachmoores zu mähen und frei zu räumen sowie die Weganlage von überhängendem Buschwerk zu befreien. Auch einige besonders beschattende Äste wurden entfernt.

Foto: W. Kuhn

Jetzt haben die vielen seltenen und konkurrenzschwachen Pflanzen – besonders „unsere“ Epipactis palustris wieder Luft und Raum um im nächsten Jahr hoffentlich wieder in voller Pracht zu erblühen!
Foto: Baum Foto: Baum


Exkursion zur Orchidee des Jahres 2008

Da viele AHO-Mitarbeiter, insbesondere die aus ostwestfälischen Landesteil, die diesjährige Orchidee des Jahres, das Übersehene Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa), noch nie gesehen hatten, schlug unser Kartierungsleiter Günter Westphal vergangenen Winter eine Exkursion in den Rhein-Erft-Kreis vor. Hier ist die Art an verschiedenen Standorten seit schätzungsweise zwanzig Jahren in der Braunkohlerekultivierung heimisch. Am Nachmittag des 10. Juni 2008 trafen sich sechzehn AHO-Mitarbeiter auf einer Autobahnraststätte der A1 zur Weiterfahrt zum Startpunkt der Exkursion. Hier wurde es uns von der Rekultivierungsabteilung von RWE Power ermöglicht, mit fünf Fahrgemeinschaften direkt den Ort unserer Begierde anzusteuern, wo Lokalpresse und WDR uns schon erwarteten. Vorher

Foto: H.-J. Bolzek

schon hatten in Anwesenheit der Fernsehleute zwei Mitglieder des NABU-Kreisverbandes Rhein-Erft eine Bestandsaufnahme gemacht: Sie zählten 946 blühende Exemplare und 167 Jungpflanzen, wobei die in diesem Jahr recht geringe Anzahl Hybriden von D. praetermissa x D. maculata mitgezählt wurde.

Nachdem alle Fotos geschossen und alle Interviews geführt waren, ging es in Kolonne weiter zum fünfzehn Kilometer entfernten Standort von D. praetermissa var. junialis. Obwohl sich dabei Ortsunkundige erfolglos als Kolonnenführer versuchten, erreichten alle dieses zweite Exkursionsziel. Der Bestand der „junialis“ hatte sich gegenüber dem Vorjahr auf ca. 300 Individuen leicht erhöht, was aber wohl auf die Erholung durch reichlich Niederschlag in der zweiten Jahreshälfte 2007 nach der vorangegangenen Trockenheit im Frühjahr zurück zu führen ist.

Trotz der oben angedeuteten kleinen Irrfahrt fand diese Tour ein harmonisches Ende. Alle waren nach eigenem Bekunden hoch zufrieden, und die meisten konnten ihrem persönlichen Artenkatalog eine weitere Art hinzufügen.



Kalkflachmoor bei Ripsdorf mit neuer Wegführung

Seit Mitte April 2008 ist die neue Besucherlenkung durch das Kalkflachmoor bei Ripsdorf endlich fertig. Obwohl die Aktion schon seit November 2007 geplant war, ließ die Witterung bis in den April 2008 kein Arbeiten in dem Gelände zu. Wir bedanken uns bei der Fa. Hupp aus Reifferscheid, die hervorragende, kompetente und unbürokratische Arbeit geleistet hat!

Der Weg durch das hochsensible Moor ist nun ... [hier klicken!]
Foto: Baum


Neue Arbeitsgruppe gegründet!

Aufgrund zahlreicher Orchideenvorkommen mit zum Teil für die Region seltenen und eher untypischen Arten, gründeten am 14.11.2007 fünf Naturfreunde die „Arbeitsgruppe Braunkohlerekultivierung“ des AHO NRW. Ziel ist – wie im gesamten AHO – die Erfassung, Erforschung und der Erhalt möglichst vieler Bestände, insbesondere die der herausragenden Arten. Das Bearbeitungsgebiet erstreckt sich von der Ville-Seenplatte im Süden des Rhein-Erft-Kreises nach Norden bis zur jungen Rekultivierung des Tagebaus Garzweiler im südlichen Teil des Rhein-Kreises Neuss bei Grevenbroich.

 

Die meisten Vorkommen gibt es in junger forstlicher Wiedernutzbarmachung. Da hier die Sukzession sehr schnell fortschreitet, ist Biotoppflege in ganz besonderem Maße erforderlich. Unterstützt wird die Arbeit der Arbeitsgruppe durch die Unteren Landschaftsbehörden beider genannter Landkreise sowie durch das Forstamt von RWE Power (früher „Rheinbraun“) und das Umweltamt der Stadt Grevenbroich. Alle genannten Institutionen sind äußerst kooperativ und hilfreich.

Wie immer bei Naturschutzprojekten sind ehrenamtliche Mitarbeiter gerne willkommen. Es gilt, Pflegemaßnahmen durchzuführen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Personen, die z.B. nur begierig aufs Fotografieren sind, sind eher ungeeignet. Wer Interesse an einer voll aktiven Mitarbeit hat, kann unverbindlich mit einem der nachfolgend genannten Kreisbeauftragten Kontakt aufnehmen.

Rhein-Kreis Neuss:
Hans-Josef Bolzek, Am Rückertsgraben 26, 41517 Grevenbroich, Tel.: 02181-80387, hj.bolzek@aho-nrw.de

Rhein-Erft-Kreis:
Peter Rolf, Theodor-Heuss-Str. 47, 50374 Erftstadt, Tel.: 02235-413418, p.rolf@aho-nrw.de



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